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Warum Startups am Marketing scheitern

Lesezeit ca. 5 Minuten

Einer der Hauptgründe für das Scheitern eines Startups ist Marketing. Meist denken Gründer erst zu spät über Marketing und Vertrieb nach. Und dann ist es meistens zu spät um anfängliche Fehler zu korrigieren. Ein paar Gedanken zu dem Thema.

Produkt meist wichtiger als Marketing

Ich kenne dies aus eigener Erfahrung. Eine Idee wird zu einem Produkt, was eigentlich von Kunden gekauft werden sollte. Alles hat gestimmt, das Feedback in der Bekanntschaft war super. Nur ist die Information zu deinem innovativen Produkt ist hat deinen engen Freundeskreis nicht verlassen.

Vielen Startups geht es ähnlich: Marketing wird erst zu spät eine grosse Bedeutung gegeben oder fehlt komplett. Ich befasse mich zurzeit mit der Frage nach der richtigen Marketingstrategie und bin drüben bei Businessesgrow auf einen interessanten Artikel gestossen.

I’m always surprised to see how many don’t consider bringing a marketing function on board until a very late stage

Wie die Autorin Merav Chen schreibt, ist sie immer wieder überrascht, dass Gründer meist erst sehr spät im Produktlebenszyklus über Marketing und Vertrieb nachdenken. Diese Erfahrung teile ich auch. Hinweise deuten darauf hin, dass dies einer der Hauptgründe für das Scheitern von Startups ist.


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Startups vernachlässigen oft das Marketing. Und dann ist es zu spät (Bild: pixabay.de)

Warum übersehen Startups Marketing?

Diese fünf Gründe macht Merav verantwortlich, warum Statups das Marketing ignorieren, bis es dann schlichtweg zu spät ist:

The Founder’s Angle

Die meisten Gründer haben einen technischen Hintergrund, wie zum Beispiel Ingenieur und sehen den Wert des Marketing nicht. Sie sind eher produkt- und funktionsgetrieben, sie wollen sich nicht mit dem Marketing auseinandersetzen. Ich selbst habe Chemie studiert und kann dies nur bestätigen. Marketing erscheint nicht wichtig, wenn das Produkt in den Augen des Gründers noch nicht perfekt und somit nicht verkaufbar ist.

The Funding Dilemma

Startups fokussieren ihre geringen Ressourcen in den punktlichen Launch ihres Produktes. Das knappe Budget wird eher für noch mehr Produktfeatures und einen weiteren Entwickler eingesetzt, anstatt für Marketing. Später wird, vermutlich vom Investor getrieben, wegen des geschrumpften Budget eine Marketingperson eingestellt und erwarten, dass sie das Produkt innerhalb von wenigen Tagen bekannt macht. Wir wissen, das dies nicht möglich ist.

„Everybody’s a Marketer“

Viele Startups spielen Marketing runter und sehen darin keine Notwendigkeit, professionelle Marketers einzustellen. „Marketing kann doch jeder, ein bisschen Facebook und Twitter, eine Plakatkampagne und das Produkt verkauft sich wie geschnitten Brot.“ Die Sätze habe ich auch schon gehört. Leider stimmt dies nicht. Die Zeit eine Social Media-Community aufzubauen wird oft unterschätzt. Bei GründerBook hatte ich die ersten konstanten Leser nach ca. 7 Monaten und arbeite ständig weiter daran. Vertrauen zu gewinnen bedeutet viel Zeit und Arbeit, was leider zu oft vergessen wird.

Too little too late

Unternehmen sehen Marketing erst dann zu aktivieren, wenn das Produkt ready für den Launch ist. Marketing muss ein Teil der Produktentwicklung sein – Kunden befragen, Bedürfnisse und Vorlieben analysieren,  Mitbewerbersituation anschauen, Proof-of-Concept. Diese Punkte sind essentiell um im Markt Erfolg zu haben. Und damit stellt das Startup sicher, dass das Produkt nicht am Markt, respektive am Kunden vorbei entwickelt wird.

This will sell itself!

Viele Gründer glauben, dass sich ein gutes Produkt selbst verkauft. Aber wenn sie nicht wissen, dass es das Produkt gibt, werden sie es nicht kaufen. Es sind nicht alle Firmen so wie Apple, welche ein Produkt entwickeln und dann den Markt dafür eröffnen. Ich glaube daran, dass ein toller Nutzen, ein Kundennutzen, der grosse Teil eines genialen Produktes ist. Nicht produkt-orientiert, sondern kundenorientiert agieren.

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Die Gründer Alex und Christian von ThePlant (Bild: ThePlant)

Genau diese Probleme fanden Christian Dasbach und Alex Wiethaus als Coaches beim IdeaCamp heraus. Wäre es nicht schön, wenn sich ein Startup das Wissen nicht selbst mühsam zusammen suchen und aneignen muss? Aus dieser Idee haben die zwei ThePlant gegründet und wollen Selbstständigen und Startups dabei helfen, die verschiedenen Bereiche des Marketings schon so früh wie möglich einfliessen zu lassen. Sie haben einen Email-Marketing-Kurs zusammengestellt und bieten Tipps und Tricks für eine erfolgreiche, erste Marketing-Kampagne an. Der Preis ist, wie ich finde, unschlagbar und möchte euch den Kurs empfehlen; unterstützt Christian und Alex bei ihrem Vorhaben.

Jetzt nimmt mich wunder, wann du bei deinem Startup mit Markteting und Vertrieb angefangen hast? Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

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Dominic schreibt über interessante Themen rund um Entrepreneur und Familie, baut selbst ein Unternehmen auf. Er ist Gründer von Familypreneur.deGruenderBook, leidenschaftlicher Blogger, Twitterer, Papa von zwei bezaubernden Töchtern und Ehemann.