Startup Monitor: Besondere Fakten über unsere Gründerszene

Startup Monitor: Besondere Fakten über unsere Gründerszene

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Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten über unsere Gründerszene. Was sagen sie aus und wohin geht der Trend?

Der Bundesverband Deutscher Startups veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der KMPG AG den Startup Monitor 2014. Dieser höchst interessante Report möchte ich euch nicht vorenthalten. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit sich intensiver mit dem Unternehmertyp Gründer zu befassen. Startup-Gründer sind Entrepreneure, die Marktlücken erkennen und füllen, wie es im Report heisst. Als Startup werden Unternehmungen bezeichnet, die weniger als 10 Jahre alt sind.

Entrepreneur wird zum Lifestyle.

Ohne grosse Überraschung bleibt auch dieses Jahr Berlin die Gründerhauptstadt. Allerdings überraschte mich das durchschnittliche Alter der Gründer von 35 Jahren. 50% der Startup-Gründer haben schon mehr als ein Unternehmen gegründet. Ein Grossteil der Gründer (81%) verfügen über ein Hochschulabschluss. Im Vergleich zum letzen Jahr (75%) haben sich mehr gut ausgebildete, junge Menschen zum mühsameren Weg des Entrepreneurs entschlossen. Vermutlich wird der Beruf Entrepreneur langsam salonfähig und beginnt sich als Alternative zur Karriere als Angestellter zu manifestieren. Entrepreneur wird zum Lifestyle. Ob Entrepreneurship mittlerweile an den Universitäten gelernt wird, ist zu klären. Jedenfalls wurde uns an der Uni dieser Weg nicht aufgezeigt.

Startups ist eine Männerdomäne.

Startups sind klar eine Männerdomäne; 90% der Startup-Gründer sind männlich. Im letzten Jahr war der Frauenanteil um 3% höher. Gründungen werden zum Grossteil in Teams in einem Team in Angriff genommen. Diese Werte haben sich nur unmerklich zum letzten Jahr verändert (2014: 77%, 2013: 76%). Diese Tatsache spiegeln auch die Aussagen in den Interviews auf Gründerbook.de wider, so zum Beispiel das Gründerteam um Labfolder oder Mymuesli.

Beim Lesen des Reports fragte ich mich, wie es mit dem Kapitalbedarf der Startups aussieht. Besonders interessierten mich die Startups, welche kein Kapital benötigen. Im 2013 gaben 12% an, kein Kapitalbedarf zu haben. Mit den gigantischen Summen für Startup-Verkäufe im Hinterkopf, erwartete ich im 2014 einen deutlichen Rückgang der Startups ohne Kapitalbedarf und dafür eine Steigerung in der kostenintensiven Startups. Die Daten zeigen aber ein anderes Bild. Die Startups ohne Kapitalbedarf haben sich mehr als verdoppelt auf 29%. 2013 benötigten 9% der befragten Startups über einer Million Kapital, in diesem Jahr sind es fast 22% (!). Tendenziell scheint sich der Kapitalbedarf in Hochkapital- und Geringkapitalunternehmen zu polarisieren. Interessant wäre zu erfahren, was die Gründe dafür sind. Beispiele für Startups mit (geringeren) Eigenmittel gibt es einige, wie zum Beispiel Stickvogel.

Trend zeigt eindeutig eine Verlagerung der Startups von der Tech-Branche hin Dienstleistungen.

Die nächste Frage stellt sich, in welchen Branchen die Startups unterwegs sind. Der Vergleich zum Vorjahr stellte sich etwas schwierig heraus, da sich die Kategorien unterschiedlich zusammensetzen und ein direkter Vergleich fast unmöglich macht. Dennoch habe ich versucht Tendenzen auszumachen. Auch in diesem Jahr ist die Tech-Branche spitzenreiter. Was ins Auge sticht: Im letzten Jahr waren es aber 25% mehr. Der Trend zeigt eindeutig eine Verlagerung der Startups von der Tech-Branche hin Dienstleistungen, Online-Marktplatz und Online-Service-Portalen, was auch das Ergebnis der heissesten Startup-Sektoren ist.

Die Ergebnisse des Startup Monitors 2014 gibt es auch als hervorragendes und kurzes Video:

Der vollständige Bericht ist hier erhältlich:
DSM 2014 und DSM 2013.

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Dominic schreibt über interessante Themen rund um Entrepreneur und Familie, baut selbst ein Unternehmen auf. Er ist Gründer von Familypreneur.deGruenderBook, leidenschaftlicher Blogger, Twitterer, Papa von zwei bezaubernden Töchtern und Ehemann.