Social Recruiting - Als Startup neue Mitarbeiter finden

Social Recruiting – Als Startup neue Mitarbeiter finden

Lesezeit ca. 5 Minuten

Gutes Social Recruiting beginnt schon als Startup

Startups werden früher oder später Mitarbeiter einstellen müssen (wie auch KMUs). In Punkto Personalwerbungsbudget können sie mit den grossen Unternehmen allerdings nur schwer konkurrieren. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu finden, ist damit eine große Herausforderung. Nicht zuletzt mit Blick auf das Gründungsbudget: Wunschgehälter können oftmals gar nicht bezahlt werden. Hinzu kommt, dass in der Wachstumsphase schnell weitere Mitarbeiter rekrutiert werden müssen. Darum ist Social Recruiting für Startups sehr wichtig.

Das Jagdrevier der Startups bei der Mitarbeiterrekrutierung ist die Generation Y, also diejenigen, die jetzt zwischen 20 und 30 Jahren sind. Darum macht es absolut Sinn, da zu suchen wo sich potentielle Mitarbeiter aufhalten.

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Social Recruiting setzt bei der Mitarbeitersuche gezielt auf die Nutzung sozialer Netzwerke und erreicht dadurch mehr – und vor allem passendere – Interessenten. Ziel des Active Sourcing (als Teil des Social Recruiting) ist es, im Bedarfsfall bereits zu wissen, wen man direkt und persönlich ansprechen und zu einem Gespräch einladen kann. Wer im Bedarfsfall direkt loslegen will, muss im Vorfeld jedoch seine Hausaufgaben gemacht haben:

Schritt 1: Passende Kanäle auswählen
Social Recruiting heisst Social Media aktiv zu nutzen. Wer bisher noch gar nicht aktiv war, findet in der Übersicht die richtigen Social Media-Plattformen für sein Unternehmen.

Mein Tipp: Fang dort an, wo du bereits aktiv bist und schau dir zusätzlich eines der Businessnetzwerke Xing oder LinkedIn an.

Schritt 2: Das eigene Recruiting-Netzwerk aufbauen
Vernetze dich über Social Media-Kanäle mit Menschen, die von ihrer Ausbildung, ihrem Background oder auch ihrer Persönlichkeit prinzipiell zu deinem Startup passen würden und pflege diese Kontakte bewusst (siehe Schritt 4).

Mein Tipp: Wen kennst du noch aus Studienzeiten? Wen hast du kürzlich auf Seminaren, Workshops, Weiterbildungen getroffen? Begib dich auf gezielte Suche nach diesen Personen.

Schritt 3:  Netzwerk erweitern
Füge zukünftig alle (potentiell interessanten) Menschen, die die auf Netzwerkveranstaltungen, Messen, Kongresse usw. kennenlernst bewusst auch zu deinen Social Media-Kontakten hinzu!
Mein Tipp: Nutze die Notiz-Funktion bei Xing um dir zu “merken”, in welchem Zusammenhang du jemanden kennengelernt hast (Notizen sind nur für dich sichtbar). Dieses Feld ist auch mit der Volltextsuche durchsuchbar.

Mein Tipp: Ordne deine Kontakt auf Xing außerdem einer oder mehrerer Kategorien zu, die den potentiellen Einsatzbereich des Kontaktes widerspiegeln (z.B. Programmierer, Vertrieb, Assistenz..).

Schritt 4: Netzwerk pflegen
Wer auf sein Netzwerk bauen will, muss mit ihm in Kontakt bleiben, es also pflegen. Das kannst du virtuell oder / und real realisieren: regelmäßige Posts, gezieltes Wiedersehen auf Branchenevents oder einfach mal eine persönliche Nachricht / Anruf helfen, den Kontakt zu potentiellen Kandidaten zu pflegen.

Mein Tipp: Lass dein Netzwerk am Heranwachsen deines Startups teilhaben: ein authentischer Blick hinter die Kulissen, Wachstumspläne oder Produkterweiterungen sind interessant – aber bitte keine Werbung draus machen!

Schritt 5: Passende Kandidaten finden
Du suchst einen Programmierer, der zu euch passt? Dann kannst du jetzt in deinem virtuellen Netzwerk auf verschiedene Wege aktiv werden:
Nutze deine Kategorisierung und die Volltextsuche auf Xing, um deine Kontakte nach passenden Kandidaten zu durchsuchen und sprich sie persönlich und direkt an.
Bereite eine Stellenbeschreibung vor, die du über deine aktiven Kanäle (Twitter, Webseite usw.) verbreitest und bitte zusätzlich auch dein Netzwerk, sie weiterzuleiten, wenn sie jemanden kennen, der zur Stelle passen würde.
Nur eine Stellenanzeige zu schalten ist zwar ebenfalls möglich, für Active Sourcing aber wenig zielführend. Der direkte Draht zu potentiellen Kandidaten ist wesentlich effizienter und erfolgreicher.

Mein Tipp: Nutze bei Xing die erweiterte Suche (nur für Premiummitglieder) und schränke die Suchergebnisse auf “meine Kontakte” oder “Kontakte meiner Kontakte” ein. Damit erreichst du diejenigen, die du ohne große Umwege direkt ansprechen kannst.

Social Recruiting kann auch Teil einer Employer Branding-Strategie sein. Dahinter steckt noch wesentlich mehr als das bisher angesprochene Active Sourcing. Ein sehr schönes Beispiel für Employer Branding finde ich den Blog vom McDonalds-Personalvorstand Wolfgang Goebel. Wirklich sehr lesenswert. Es ist wichtig beim Bewerber auf dem Radar zu sein. Auch wenn er noch nicht aktiv auf Jobsuche ist, kann das Employer Branding schon viel bewirken und lässt ihn aus Neugier deine Webseite des Unternehmens besuchen. Und vielleicht findet er da seinen Traumjob.

Social Recruiting als Teil einer Employer Branding-Strategie

 

Frank Bärmann, Social Media-Experte, empfiehlt im Interview mit Bernd Geropp einfach anzufangen, authentisch zubleiben und einen Blick hinter die Kulissen zu erlauben. Social Recruiting bedeutet Aufbau und Pflege des Netzwerkes, was nicht von heute auf morgen geschieht. Aber dafür erhält man die perfekten Mitarbeiter. Ein Startup mit einem guten Netzwerk verfügt über ein entscheidenden Wettbewerbsvorteil

Was ist deiner Meinung nach der wichtigste Faktor bei der Mitarbeitersuche bei deinem Startup?

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Weiterführende Links:
> Generation Y: Sie sind angepasst, aber das ist ihr Vorteil (FAZ)
Blog vom McDonalds-Personalvorstand Wolfgang Goebel (Berichte aus der Praxis)
Mitarbeitersuche mit Social Media (Interview mit Frank Bärmann)

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Dominic schreibt über interessante Themen rund um Entrepreneur und Familie, baut selbst ein Unternehmen auf. Er ist Gründer von Familypreneur.deGruenderBook, leidenschaftlicher Blogger, Twitterer, Papa von zwei bezaubernden Töchtern und Ehemann.